Das Web und der Tourismus – 9 Thesen – September-Ausgabe

Der September-Impuls ist etwas länger als sonst. Dafür hatten Sie
im August eine kleine Pause von mir ;-) . Lassen Sie uns in den
nahenden Herbst mit 9 Impulsen zur Entwicklung des Internets
und dessen Bedeutung für den Tourismus starten.

Das Web und der Tourismus - 9 Thesen

17 Gedanken zum Internet und den klassischen Medien“:  So heißt ein neues Thesenpapier, das der Handelsblatt-Journalist und bekennender Blogger Thomas Knüwer gemeinsam mit anderen Web 2.0-Vordenkern verfasst hat. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Journalismus.

Uns interessiert natürlich der Tourismus. Also habe ich mir die Freiheit erlaubt, an diesem 9.9.09 9 Thesen davon zu adaptieren und auf die Tourismusbranche zu übertragen. Die ursprüngliche Reihenfolge finden Sie in der Klammer.

1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. TouristikerInnen müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen.

2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung von Inhalten sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Ein Tourismusbetrieb, der online ist, kann und MUSS diese Möglichkeiten nutzen.

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Tourismusbetriebe weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

4. (5.) Das Internet ist der Sieg der Information.

Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Agenturen und Veranstalter die Informationen der Reisewelt. Nun richtet sich jeder Gast seine individuellen Filter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Gast kann sich so gut informieren wie nie zuvor.

5. (6.) Das Internet verbessert den Tourismus.

Durch die Transparenz des Internet kann der Gast die bessere Reiseentscheidung treffen.  TouristikerInnen, die in dieser neuen Informationswelt bestehen wollen, brauchen neuen Idealismus, neue Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.

6. (7.) Das Netz verlangt Vernetzung.

Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus der Online-Suche nach dem richtigen Urlaub aus.

7. (11). Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Es waren einst Institutionen wie Interessensvertretungen der Hoteliers, die bei der Verbreitung der Bewertungsplattformen vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen zufriedene Gäste, die bewiesen, dass mehr Informationen zur richtigen Reiseentscheidung führen - sowohl für den Einzelnen wie auch für die Masse der Gäste. Heute fordern beide Seiten zurecht Transparenz ein!

8. (15.) Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Online sind Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv.

9. (16.) Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Gäste gewinnt auf Dauer nur, wer online herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Online-Ansprüche sind gestiegen. TouristikerInnen müssen sie erfüllen und  dabei authentisch bleiben bleiben.

Das Original mit allen 17 Thesen finden Sie auf www.internet-manifest.de.

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Karin Schmollgruber

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Wien, 9. September 2009