Web 2.0 im Tourismus – 5 Fragen – April-Ausgabe
Veröffentlicht in Newsletter am 07. Apr, 2009
1) Wann und warum lohnt es sich für Tourismusbetriebe neue Medien und Web 2.0-spezifische Anwendungen für Marketingzwecke einzusetzen?
Jeder Einsatz von Web 2.0-Maßnahmen muss zum Unternehmen bzw. Destination und zu seiner Botschaft passen. Vor dem Start sollten sich die Verantwortlichen fragen aus welchem Grund es für die angepeilte Zielgruppe interessant sein könnte, die Botschaften des Unternehmens zu konsumieren. Die Klärung dieser Frage ist wichtig. Wenn es darauf keine Antwort gibt, ist es egal, mit welchen Kommunikationsmaßnahmen Informationen verbreitet werden, die vermutlich niemanden interessieren.
Darüber hinaus muss der Einsatz den Anforderungen der gewählten Maßnahme gerecht werden. Ein Weblog muss etwa spritzig, kurzweilig und persönlich geschrieben werden. Ein anderes Beispiel: Fotos, die auf die Foto-Plattform Flickr gestellt werden, müssen authentisch sein.
2) Ein Hotel aus Bremen hat den Bau seines Hauses als Video-Podcast ins Netz gestellt. Sind solche Aktionen aus Ihrer Sicht sinnvoll?
Vor einigen Jahren war es noch einfach mit solchen Aktionen sehr viel Aufmerksamkeit von Medien und Bloggern zu bekommen. Heute gilt: Ein Video muss so schnell wie möglich zum Punkt kommen und darf
nicht zu lange dauern. Niemand will sich vorgeschaltene Werbung ansehen oder nichts sagende Sequenzen und belanglose Infos.
3) Was halten Sie von Twitter als Kommunikationsweg beim Corporate
Marketing?
In der von ewigem Zeit- und Ressourcenmangel geprägten Tourismusbranche gibt es wenige Unternehmen, die sich für den sinnvollen Einsatz des Microblogging-Tools Twitter wirklich Zeit nehmen können. Darüber hinaus gilt wie bei allen anderen innovativen Kommunikationsmöglichkeiten, dass der Einsatz zum Unternehmen passen muss. Ein trendiges Jugendhotel hat es da leichter als eine klassische Wanderdestination.
4) Was bringt Bloggen im Tourismus?
Weblogs sind eine sympathische und flexible Art der Kommunikation. Events und Themen können damit ohne die Einschränkungen der bestehenden Webseite – auf Wunsch auch nur kurzfristig - online begleitet werden.
5) Ersetzt ein Weblog den Newsletter?
Nein, beide können sich sogar wunderbar ergänzen.
So, ich hoffe, Sie haben den Winter gut überstanden. Nutzen Sie doch den Frühling, um über Ihre Online-Strategie 2009 nachzudenken.
Über Ihr Feedback freue ich mich.
Karin Schmollgruber
Wien, 6. April 2009

